    
Vom Eisenerz zum Roheisen:
Der Hochofen
- das Boudouard-Gleichgewicht
Als Boudouard-Gleichgewicht bezeichnet man das temperaturabhängige chemische Gleichgewicht zwischen
Kohlenstoff, Kohlenstoffmonoxid und Kohlenstoffdioxid.

Das in der Nähe der Winddüsen gebildete
Kohlenstoffdioxid zerfällt bei Anwesenheit von Kohlenstoff und bei
Temperaturen über 1000 °C
quantitativ in das gasförmige Reduktionsmittel Kohlenstoffmonoxid.

Im Schacht des Hochofens
wird das Kohlenstoffmonoxid aus Kohlenstoffdioxid ständig nachgebildet.
Obwohl das Gasgemisch am oberen Ende des Schachts
nur noch aus Kohlenstoffdioxid und Stickstoff bestehen sollte (bei 200
°C liegt das Boudouard-Gleichgewicht
zu 100 % auf der Seite des Kohlenstoffdioxids)
beträgt der Anteil des Kohlenstoffmonoxids im Gichtgas
noch zwischen 20 % und 25 %.
Der Grund hierfür liegt in der kurzen Verweildauer
des Gases in der Vorwärmzone, die es dem Gas nicht erlaubt, richtig
auszureagieren und sich in Kohlenstoffdioxid umzuwandeln.
Kohlenstoffmonoxid ist brennbar und wird deshalb -
nach einer Entstaubung - verbrannt. Dieser Verbrennungsvorgang heizt unter
anderem die Winderhitzer auf.
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