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Ein Blick zurück: Wieland der Schmied (um 1300 n. Chr.)
Die alte germanisch-deutsche Sage berichtet über
Wieland den Schmied:
Wieland war ein harter Bursche, dem das Schicksal
übel mitspielte, der aber auch mit seiner Umgebung nicht gerade zimperlich
verfuhr. Einen Konkurrenten, dessen Schmiedearbeiten seinen eigenen Ruf
als Meisterschmied zu gefährden drohten, forderte er zu einer Wette
heraus. Er schlug ihm vor, er solle einen Helm und eine Rüstung herstellen
und er, Wieland, würde ein Schwert schmieden und dann würde
man sehen, wer der bessere Schmied sei. Beide machten sich an die Arbeit.
Wieland schmiedete mit größter Sorgfalt ein Schwert, dessen
Schärfe er regelmäßig damit prüfte, dass er in einem
Bach eine Vogelfeder gegen die Schneide schwimmen ließ. Auch als
der geringe Druck der Strömung die Feder tatsächlich in zwei
Teile zerschnitt, war Wieland nicht zufrieden damit. Er zerhackte das
Schwert in viele kleine Stückchen und mischte diese ins Gänsefutter.
Ein Gänsemagen ist natürlich nicht in der Lage, Eisen zu verdauen,
und so fand er die Eisenstückchen im Ausgeschiedenen wieder. Jetzt
schien ihm das ausgeschiedene Eisen für sein Schwert weitaus besser
geeignet, und nachdem er diese "Behandlung" mehrfach wiederholt
hatte, entsprach es endlich seinen Qualitätsanforderungen. Am Tag
des Wettkampfes trat er seinem Gegner gegenüber, legte sein Schwert
auf dessen behelmtes Haupt und durchschnitt, anscheinend ohne große
Anstrengung, Helm, Kopf, Rüstung und Rumpf.
Diese scheinbar unglaubliche Geschichte hat einen
aus heutiger Sicht interessanten Wahrheitsgehalt.
Es ist anzunehmen, dass das Metall auf dem Weg durch
den Verdauungstrakt nicht vollkommen unverändert blieb. Vielleicht
wurde der Stahl weniger von den Verdauungssekreten angegriffen als das
kohlenstoffreichere Roheisen, so dass auf diese Art und Weise eine "natürliche"
Werkstoffauswahl stattfand und sich der härtere Stahl anreicherte.
Möglich auch, dass vom Metall Stickstoff aufgenommen, und so der
Stahl gehärtet wurde.