    
Ein Blick zurück:
Die Geschichte der Dillinger Hütte
Im Jahr 1685 erteilte Ludwig XIV. dem Marquis Charles
Henri de Lénoncourt die Genehmigung eine Eisenhütte mit Schmelzofen
vor den Toren der Festung Saarlouis zu errichten. Damals ahnte wohl niemand,
dass daraus über 300 Jahre später ein Hüttenwerk mit einer
Jahresproduktion von mehr als zwei Millionen Tonnen Rohstahl
werden würde: die Dillinger Hütte. Die Standortfaktoren für
die Gründung der Eisenhütte waren ideal. Das Flüsschen
Prims lieferte die benötigte Wasserkraft, der Wald das Brennholz
für die Schmelzöfen, und die Erzvorkommen in der direkten Umgebung
die Rohstoffe für die Produktion.
Erste Produkte waren anfangs Schmiedeeisen, Nägel
und Gusswaren wie Kaminplatten, Pfannen und Töpfe. Die Anzahl der
Mitarbeiter war gering. Erst allmählich wurde die Produktion optimiert.
Mit dem Bau des ersten Blechwalzwerks auf dem europäischen Kontinent
im Jahr 1802 bestimmte das Produkt Blech die Entwicklung des Werkes. Dadurch
avancierte die Hütte zum größten Schwarz- und Weißblechproduzenten
Preußens. 1828 nahm die Firma die Bezeichnung "Anonyme Gesellschaft
der Dillinger Hüttenwerke" an. Damit war eine der ersten Aktiengesellschaften
Deutschlands geboren. Eine Investition folgte nun der anderen. Neueste
Walzanlagen und Hochöfen wurden angeschafft, und bis zum Ende des
19. Jahrhunderts war die Belegschaft bereits auf über 2500 Mitarbeiter
angewachsen. Längst war die sogenannte "Dillinger Blechlehre"
mit 24 Dicken als maßgebende Norm europaweit anerkannt.
Neben den vielen weiteren zukunftsorientierten Produktionsinvestitionen
wurden aber die Mitarbeiter nicht vergessen. Im sozialen Bereich war die
Dillinger Hütte vergleichbaren Unternehmen weit voraus: Hilfs- und
Pensionskasse wurden eingerichtet, ebenso ein Werkskrankenhaus, Werkswohnungen
sowie eine eigene Schule. Die Liste könnte beliebig fortgeführt
werden.
Im 2. Weltkrieg wurde die Hütte zu 65% zerstört.
Fast 200.000 Granaten gingen auf das Werksgelände nieder. Die Folge
waren monatelange Aufräumarbeiten und ein kompletter Neubeginn.
Nach dem Krieg setzt die Dillinger Hütte weiter auf die Zukunft "Stahl": mit Weltneuheiten wie der ersten Brammenstranggießanlage
1961, der Inbetriebnahme des Grobblechwalzwerkes
1971 und des stärksten Walzgerüstes
1985. Jüngstes Beispiel ist die neue Brammenstranggießanlage 1998 für
die dicksten Brammen der Welt.
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