    
Vom Eisenerz zum Roheisen:
Gibt es eigentlich verschiedene Erzsorten?
Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Erzsorten.
Die wichtigsten sind hier aufgeführt:
Magneteisenstein oder Magneterz 
Zeichnet sich durch einen hohen Eisengehalt von 60
bis 70 Prozent aus und kommt besonders in
großen Lagern in Schweden, Norwegen, Nordafrika, Russland und den
USA vor. Mit einem Anteil von 15 Prozent wird Magneteisenstein
in der Dillinger Hütte bei der Sinterproduktion
verwendet.
Roteisenstein oder Hämatiterz 
Eisengehalt 40 bis 60 Prozent. Die größten Lager an
Hämatiterz findet man in Brasilien, Australien und Nordamerika. In
Deutschland befanden sich größere Lager im Bereich von Lahn
und Dill. Roteisenstein aus Brasilien
ist Grundlage der heute in der Dillinger Hütte verwendeten Pellets.
Außerdem wird dieses Erz mit einem Anteil von 85 Prozent bei der
Sinterproduktion eingesetzt. Das ebenfalls in den Hochöfen der Dillinger
Hütte verwendete hämatitische Stückerz kommt aus Australien.
Brauneisenstein 
Eisengehalt bis zu 60 Prozent.
Das sehr weit verbreitete Eisenerz wird wegen des
geringen Fe-Gehaltes
heute nicht mehr industriell verwendet. Zudem haben diese Erze erhöhte
schädliche Phosphorgehalte. Wichtige Brauneisensteinlagen
liegen in Lothringen und der Gegend von Metz und Diedenhofen. Nicht von
ungefähr wurde also die Dillinger Hütte vor über 300 Jahren
dort gegründet. Zu dieser Zeit waren Transporte von Massengütern
über weitere Strecken sehr beschwerlich.
Spateisenstein 
Auch Siderit genannt. Eisengehalt 30 bis 40 Prozent,
phosphorarm. Spateisenstein ist zwar
wegen seines erhöhten Mangangehaltes gesucht, wird jedoch seit geraumer
Zeit in den Hochöfen wegen seines geringen Fe-Gehaltes nicht mehr
eingesetzt.
Eisenkies
bzw. "Pyrit"
Wird hauptsächlich zur Herstellung von Schwefelsäure
verwendet, wobei das sulfidische Eisenerz "abgeröstet" wird. Hierdurch fallen sogenannte "Kiesabbrände" an, die bis zu 60 bis 65 Prozent Eisen enthalten und zur Herstellung
von Gießereiroheisen und Stahl eingesetzt werden können.
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