    
Vom Eisenerz zum Roheisen:
Der Hochofen - was passiert chemisch?

Die Hauptaufgabe des Hochofenprozesses
besteht in der Reduktion der Eisenerze.
Die Reduktion ist eine chemische Reaktion, bei welcher der im Erz gebundene
Sauerstoff entfernt wird. Als Reduktionsmittel dient zum einen der Koks,
zum anderen das Kohlenstoffmonoxid,
das im Hochofen bei der Verbrennung des Kokses entsteht. Man unterscheidet
zwischen der direkten Reduktion und der indirekten Reduktion des Erzes.
Bei der direkten Reduktion existiert ein direkter
Kontakt zwischen der Koks- und Erzbeschickung in den heißen Zonen
des unteren Hochofenschachtes.
Bei der indirekten Reduktion erfolgt die Reduktionsreaktion
durch Kohlenstoffmonoxid, einem Gasbestandteil im Hochofen. Es entsteht
bei der Verbrennung des Kokses mit heißer Luft, dem sogenannten
Heißwind. Der Heißwind aus den Winderhitzern wird mit Hilfe von gekühlten Düsen, die als "Blasformen"
bezeichnet werden, in den oberen Bereich des Gestells
unterhalb der Rast eingeblasen.
Der Hochofen arbeitet nach einem Gegenstromprinzip.
Von unten wird zunächst Heißluft in den Ofen eingeblasen. Diese
reagiert mit dem Koks, wobei Reduktionsgase entstehen, die im Hochofen
nach oben strömen. Das Gas wird als Gichtgas
bezeichnet.
Die Beschickung des
Hochofens mit den Einsatzstoffen (Erz, Möller und Koks) läuft
dem Gasstrom von oben nach unten entgegen.
Bei Temperaturen zwischen 1200 °C
und 1400 °C tropft zunächst
das reduzierte, metallische Roheisen aus
den Lagen der Beschickung in den Unterofen. Bei erhöhten Temperaturen
folgen die Kalkschlackenanteile.
Das erschmolzene Roheisen und die spezifisch leichtere
Schlacke, die auf dem Roheisen schwimmt,
sammeln sich dann dort unten im Hochofengestell.
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