    
Vom Eisenerz zum Roheisen:
Der Hochofen
- Vorgänge in der Beschickungssäule
Vorgänge in der Beschickungssäule:
(von oben nach unten):
In der Vorwärmzone wird das Beschickungsmaterial
zunächst getrocknet und auf 400 °C
vorgewärmt.
Anschließend laufen zwei unterschiedliche Reduktionsvorgänge
ab. Diese sind entsprechend dem Boudouard-Gleichgewicht temperaturabhängig und damit abhängig von der Verfügbarkeit
eines geeigneten Reduktionsmittels.
Im kälteren Teil steht nach dem Boudouard-Gleichgewicht
bis etwa 600 °C
sehr wenig Kohlenstoffmonoxid (ca. 20 %)
zur Verfügung. Daher - und wegen der geringen Reaktionszeit der Reaktionspartner
- findet in diesem Bereich praktisch nur eine weitere Erwärmung der
Beschickungssäule im Gegenstromprinzip statt.
Mit zunehmender Temperatur steigt der Anteil an Kohlenstoffmonoxid
im Prozessgas steil an. Er beträgt bei 700 °C
etwa 50 %, bei 800 °C
etwa 85 % und bei 900 °C
nahezu 100 % (Boudouard-Gleichgewicht).
Damit spielt hier Kohlenstoffmonoxid die weit überwiegende Rolle
als Reduktionsmittel.

Das Kohlenstoffmonoxid reagiert mit dem Eisenerz
und bildet bei diesen hohen Temperaturen Eisen und Kohlenstoffdioxid.
Neben dieser Gasreaktion, die auch als indirekte Reduktion
bezeichnet wird, gibt es auch den Begriff der direkten Reduktion. Hierbei
reagiert das Eisenerz direkt mit dem Kohlenstoff aus dem Koks.

Die Temperatur von bis zu 1000 °C
reicht nicht aus, das Eisen zu schmelzen. Die Beschickung sinkt im Hochofen weiter nach unten. In
der Erweichungszone bei Temperaturen von 1100 bis 1200 °C
beginnt der Möller zu erweichen. Mit steigender Temperatur tropfen
die flüssigen Bestandteile ab. Im Gestell
des Hochofens sammeln sich das flüssige Eisen und die Schlacke.
Hier nimmt das Eisen Kohlenstoff vom Koks auf.

Bei Temperaturen über 1200 Grad Celsius wird auch die aus der Gangart und den Zuschlägen bestehende Schlacke
flüssig.
Der Kohlenstoff, welcher im flüssigen Eisen im
Überschuss gelöst ist, ist in der Lage, oxidische Bestandteile
der Schlacke, z. B. Mangan, Silizium, Phosphor und Schwefel, zu reduzieren
und im Roheisenbad zu lösen. Dabei entsteht zwangsläufig auch
Kohlenstoffmonoxid.



Die Hauptmenge des Eisens wird in der Schmelzzone
bei Temperaturen zwischen 1400 °C
und 1600 °C flüssig.
Die Schlacke schwimmt auf dem spezifisch schwereren Roheisen
und schützt dieses so vor einer Oxidation
durch die eingeblasene Luft.
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