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Vom Eisen zum Stahl:
Sekundärmetallurgie, Gießen

Foto: Die Stranggießanlage: Der Rohstahl fließt, überwacht durch zwei Arbeiter, von oben durch die Kokille.Foto: Die gegossenen Endlosstränge werden zu Brammen geschnitten.

Früher war der Stahl nach dem Frischen im Konverter oder Elektrobogenofen fertig und konnte vergossen werden. Um Stahlsorten mit noch höherer Qualität herzustellen, schließt sich heute an den Frischprozess in der Regel eine Nachbehandlung, die sogenannte Sekundärmetallurgie, an. Die chemische Zusammensetzung des Stahls lässt sich dabei mit einer Genauigkeit von einem Tausendstel Prozent regeln. Angewandte Prozesse sind die Austreibung von schädlichen, versprödenden Gasen, wie z. B. Wasserstoff, durch eine Vakuumbehandlung bei ca. 1 Millibar Druck oder die Feinentschwefelung mittels einer hoch kalkbasischen Schlacke auf ca. 0,001 % Schwefel.

Der gefrischte und meist nachbehandelte Stahl erhält durch Vergießen im Stahlwerk seine erste feste Form. Bis vor etwa 25 Jahren war es üblich, den Stahl portionsweise in Dauerformen, sogenannte Standkokillen zu vergießen. So wurden einzelne Stahlblöcke im Gewicht von wenigen Tonnen bis hin zu 100 Tonnen hergestellt.

In Dillingen werden heute überwiegend Endlosstränge im Querschnitt 200 x 1000 mm bis 400 x 2200 mm kontinuierlich im Stranggussverfahren gegossen. Diese Stränge werden durch Brennschneiden zu Brammen geschnitten, die ebenso wie die oben beschriebenen Blöcke im Walzwerk zu Blechen gewalzt werden. Der Vorteil des kontinuierlichen Stranggießverfahrens im Gegensatz zum konventionellen Blockgießverfahren liegt in seiner Wirtschaftlichkeit.

 

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